#DeichkickerDonnerstag – Teil 6

Auch in den anderen Bänden der Deichkicker-Reihe spielt Sarah eine Rolle. Sie ist zum Beispiel gut mit André befreundet, der in Anstoß zum Glück die Hauptrolle spielt. Und in diesem Buch besucht sie ihn am Vatertag:

Mir war so langweilig, bis mir einfiel, dass André zu Hause sein müsste. Er ist nicht mit den Männern mitgefahren, weil er sich um Merle kümmern muss. Ein Lächeln huscht über meine Lippen. Ich mag das Mädchen. Als ich sie das erste Mal gesehen habe, fand ich sie schon zuckersüß. Da bin ich Jonas gerade näher gekommen. Die Kleine war von meinen langen Haaren fasziniert und ich habe sie sie flechten lassen. Damals war ich überrascht, ausgerechnet André mit einem Kindergartenkind zu sehen. Aber er war so vertraut mit der Kleinen und hat einen richtig guten Draht zu ihr.

Als André herausgefunden hat, wie meine Vergangenheit aussieht, hat er mir den Umgang mit ihr verboten. Das war ganz schön fies, aber er ist ein guter Onkel. Ich finde es super, wie wichtig es ihm ist, dass es Merle gutgeht. Trotzdem bin ich froh, dass er seine Meinung überdacht hat und mir vertraut. Wir sind richtig gute Freunde geworden, also wird er sich vielleicht auch freuen, mich zu sehen. Möglicherweise ist ihm genauso langweilig, wie mir.

Da ich weiß, dass Merle normalerweise früh einschläft, verzichte ich darauf, zu klingeln. Ich wähle Andrés Nummer und warte darauf, dass er sich meldet. Was ich dann höre macht mir allerdings schlechte Laune. Er ist im Garten und er ist betrunken. Beinahe denke ich, „schon wieder“. Langsam mache ich mir echt Sorgen um ihn. Bislang war er Single und nur für sich selbst verantwortlich. Auch da hat es mich schon gestört, aber es steht mir nicht zu, mich einzumischen – dachte ich bislang.

Ich gehe ums Haus und sehe ihn mit seinem Nachbarn dort sitzen. Sie haben ganz schön gebechert. Ich komme zu dem Schluss, dass es vielleicht sogar meine Pflicht ist, mich einzumischen. Glücklicherweise verabschiedet er sich von seinem Nachbarn und kommt er mit mir ins Haus. Ich weiß, dass er es momentan alles andere als leicht hat. Seine Schwester ist abgehauen und hat ihm ihre Tochter einfach aufs Auge gedrückt. Er liebt die Kleine und kommt super mit ihr zurecht. Trotzdem ist es ein Unterschied, ab und zu etwas mit seinem Patenkind zu unternehmen oder es von heute auf morgen rundum zu betreuen.

Sein Chef hat ihn rausgeworfen und jetzt hat er sich auch noch den Arm gebrochen, was bedeutet, dass Fußball momentan auch nicht drin sitzt. Möglicherweise trifft ihn das noch mehr, als der verlorene Job. Als wir im Haus sind, erzählt er mir plötzlich etwas, von dem ich nicht vermutet hätte, dass er mal in diese Lage kommt. Und das scheint auch der Grund für seine Laune zu sein. Er ist richtig verzweifelt, weil er weiß, dass er es verbockt hat. Ich versuche, ihm Mut zu machen. Ich muss unbedingt mit Jonas reden. So geht das nicht weiter. Ich bin so froh dass mein Freund seine Probleme nicht in Alkohol ertränkt, sondern mit mir oder seinen Eltern oder wem auch immer darüber spricht.

Aber André hat kein gutes Verhältnis zu seiner Mutter und vor uns Freunden tut er sonst immer so, als wenn er alles auf die leichte Schulter nimmt. Er ist normalerweise meistens gut glaunt, doch in letzter Zeit hat das etwas nachgelassen. Ich habe André unglaublich gern und hoffe, es geht ihm bald besser. Ich verabschiede mich und beschließe, mit Jule zu überlegen, wie wir ihm klarmachen können, dass er das Ruder rumreißen muss, bevor es zu spät ist.

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